Zero Waste

...oder Einkaufen ohne Verpackung

Vor einigen Jahren bin ich über die Idee eines verpackungsfreien Supermarktes in Innsbruck gestolpert. Liebe & Lose wurde mittels Crowfunding finanziert, auch mit meinem Anteil. Die Idee ist wunderbar, die Umsetzung leider eine Katastrophe… Schade, aber wahrscheinlich ist die Zeit noch nicht ganz reif für diesen revolutionären Ansatz. Deswegen bleibt mir auf diesem Feld derzeit nur die erhebliche Reduzierung und nicht die Vermeidung: Stofftragetaschen statt Plastik (egal ob Ein- oder Mehrwegtragetaschen)*, eine Leinentasche für das Brot vom Bäcker und Stoff-Netz-Taschen für das Obst vom Obsthändler, Glas statt Plastikflaschen, wo möglich in Mehrweg statt Einweg, Reinigungsmittel von Uni-Sapon (Hier kann die Verpackung retourniert werden). Falls jemand noch einen Tipp für mich hat, bitte lasst es mich wissen.
Da es mir der Handel leider unmöglich macht auf Plastikverpackungen gänzlich zu verzichten, unterstütze ich "The Ocean Cleanup". Mir geht es hier nicht um die Beruhigung meines Gewissens, sondern sondern um Taten zu setzen die etwas ändern und nicht nur zu Jammern und nichts zu tun. 

Warum Plastik an sich so gefährlich ist: 

2011 berichtete das Fachjournal Environmental Science & Technology von einer Untersuchung an Stränden aller Kontinente: Überall wurde Mikroplastik gefunden; darunter auch Fasern aus Kleidungsstücken aus synthetischen Materialien (z. B. Fleece): Im Abwasser von Waschmaschinen wurden bis zu 1.900 Faserteilchen pro Waschgang gefunden. 

Noch nicht genug? Hier bitte: 

2013 bestand der Sandstrand mancher Meeresbuchten zu drei Prozent aus Mikroplastik; man vermutet eine weitere Zunahme dieser Quote.
Im Lebensraum der Wattwürmer an der Nordsee macht der Kunststoff PVC mehr als ein Viertel der Mikroplastikpartikel aus.
Auf der Nordseeinsel Juist wurden in allen untersuchten Muscheln, Austern, Speiballen, im Kot von Seemöwen und Seehunden, in Kegelrobben und in Totproben von Schweinswalen Mikroplastikteile gefunden.
Rund um Großbritannien wurden mittels feinmaschiger Netze durchschnittlich 12.000 bis maximal 150.000 Mikroplastik-Partikel pro Quadratkilometer gefunden; im Mittelmeer kommt Schätzungen zufolge auf zwei Plankton-Lebewesen ein Teil Mikroplastik bzw. es wurden bis zu 300.000 Teilchen pro Quadratkilometer gefunden. Anfang 2016 wurden nach über sechs Monate dauernden Messungen an 18 Stellen für das Meer vor New York 165 Mio. Plastikteile hochgerechnet (bzw. mehr als 250.000/km²) – zu 85 % mit einer Größe von unter 5 mm.
2013 und 2014 wurden in deutschen Honig Mikroplastikteilchen und andere Fremdpartikel gefunden.
Im Juni 2014 berichtete der NDR, dass sich in allen beprobten Wässern und Bieren Mikroplastikteilchen gefunden hätten; bei Mineralwasser bis zu 7,3 Plastikfasern pro Liter, bei Bier bis zu 78,8 pro Liter.
Für die Herkunft wurde Fleece-Material aus Funktionskleidung vermutet.